von rechts, von links: an der schnur ziehen und hopp
ich sage: "das ränzlein schnüren", weil das so nach zukunft klingt,
die gar so beruhigend aus der vergangeheit kommt,
weil es nach märchen klingt und der geruch: kümmel und frisches brot
okay, ja. die wirklichkeit der wirklichkeit: ritsch-ratsch zieh ich an dem band,
das den sack schließt. schluss mit sammeln und sortieren (time is over)
let's go. den krückstock über die schulter geworfen und los geht's.
ahg - 1. Mär, 09:19
besenfein muss mein zimmer sein.
so steht's geschrieben, gehauen in stein,
so soll es sein - wie richtig! wie falsch!
wer schreit?
da kommen doch nur: die marktschreier
- wer sonst? so ungefragt so laut! -
in frage, wer sonst hätte bedarf an:
knochenmarkspenden (noch und nöcher)
aus dem beserlpark, damals im neunzehnten.
da trieben schon vor jahr um jahr
erinnerungen hinter erbsenbüschen,
sie hingen an stangen und fielen vom himmel und schlugen auf
den halbierten autoreifen (schwarz in die erde gesteckt)
unterm ende der wippe wird der aufprall vom gummi gefedert
wie richtig! wie falsch! wie verkehrt!
- jemand hält die schaufel verkehrt
herum. ja früher, viel früher
da war das so. anders.
richtlings der kehricht
wie richtig, wie falsch, wie verkehrt,
wie verloren.
ahg - 24. Feb, 07:59
wasserwarm und weich wie nie gelebt: so hing ich in der wasserhaut,
unter mir der düsensprudel, nach oben ragten nur der schädel und die schulter.
wenn die sich dann und wann am becken stieß'n, war's ohne schmerz, weil tot
... weil wie-tot, wenn wir ehrlich sind.
selbst wenn's wasser tausend klafter tief / hitzig schlief, bevor ...
auch wenn die poesie aus unterwasserdüsen springt und dann ...
lasst uns ehrlich sein, hand aufs herz: es pumpt.
so also stieg ich aus dem wasser schwerer als der schwerste stein.
gemeißelt? nichts. noch nicht einmal mit 'wie' (gemeißelt),
nach bald fünfzig jahr'n stillt kein bad aus noch so großer hitz'n tiefe,
was nicht wie tot: was nämlich lebt und lebte jahr um jahr und stieß sich
manch ein eck. weg. zufall nur. abrieb und angeschwemmtes: das trieb dieser tage
tot - wie tot hing's in der warmen wasserhaut, lebt viele tausend tage gut.
ahg - 7. Feb, 15:20
grazli die öhrli, der rest: ein prall wurstsack auf hölzli,
ungrazli bis zum erschrecken: das ist ein reh mit rehbraune ohrn
und beim auf&davon - da hats gedonnert aufdererd.
der has: öhrli und ein riesenschnauz. wie eine wildsau. öhrlich,
zum derschrecken war so wie das reh das hasel mit der wildsauschnauz,
weil landschaftsviecher warn das nicht. haselnussbraun die äug -
vielleicht. der haselnusssteck dagegn hat weiße punkt nicht braun.
plump der has, schwungvoll die gert, grazli die öhrli vom reh,
obndrauf haselbraun: ein pfeifen von gert für die ohrn.
ahg - 24. Jan, 09:36
können mia goa nix mea / annamias handerl
is vü / is vü zu schwea von annamias schmeaz
hamma mia annamias / handerl kaputt
hättma ein handerl zvü / schmeazatn zwa andare vü
zu vü / ohne an schreck / hack mia ans / annamia
hack mia ans weg
(let's do a volksweise)
ahg - 17. Jan, 20:46
wenn ich ernst nehm', dann nimmt ich sich aber noch davor
so ein ich ist nämmerl-ich (haha) ernst zu nehmen, sonst wird ich ganz (...)
grauslig wird ernst, wenn er genommen wird. auf den arm,
grabbelt's ausm herrn vom kalauer und er klöpfert sich seine schenkel ab:
mein rechter schenkel is' so leer, da wünsch ich mir (...)
da wünsch ich mir den ganz den ernsten ernstl her.
herkommst. du ernst du. du depperter ernst du. da. sitz. ich nehm' dich ernster.
es folgt ein würgegriff (ernsthaft, erneutes haha), aber dann, der herr vom kalauer vergisst sich:
mir zur brust, so nehm ich dich, weil da drunter meiomei: mein herzschmerz sitzt
samt stent und allem drum und dranner: kloppen, ommer offen, nicht mehr dicht oder gar
zu opft zu zugestopft. todernst ist das.
todernst ist alles mit herz, weil ohne wärma tot, so ernst ist das.
(tot und töter wird's im saal und auf den stufen,
hört mich tränen nach euch rufen - call me abspann)
ahg - 31. Dez, 13:51