Montag, 17. November 2008

als ob in einem brunnenschacht (ein wiedersehen)

als ob in einem brunnenschacht die kugel aufschlägt,
hochspringt und zurück, schau ich und schau und hör und hör.
ein taumeln ist das die ganze nacht und über die jahre,
zum schwindlig-werden ist das, ein durcheinander
und doch: anders ist nichts.
geändert hat sich bei uns (bei dir und bei dir und bei dir)
nur die entfernung zwischen der haut und der hand: wir sind uns näher.
eine jede sich selbst und wir uns noch immer, sonst nichts und das ist ein glück.

Samstag, 8. November 2008

könnt sein, dass mir das kreuz

könnt sein, dass mir das kreuz aus meinem rücken fällt,
dabei die wirbel einen wirbel machen,
wo sich ein trommelfell hätt aufgespannt am boden hinter mir.
könnt sein, ein knöchern klackern am belag,
es ist der küchen - kachel - boden, weil ich
immer wenn die wirbel jucken, fest in den verbund gespannt,
in meiner kreuzstichblauen küche steh und koch
und steh und kratz, mag sein zu tief gekratzt
und schon ist einer hin und weg: pardauz!
ein einzel-trommel-stück, es folgen derer wirbel mehr,
ein höllenlärm und dann ist ruh. könnt sein,
da käme wer und setzt mein kreuz mir wieder ein,
ein freundlich murmelnder monteur, derweilen ich
mein süppchen fertig kocht in meiner kreuzstichblauen küch.

Sonntag, 12. Oktober 2008

perspektive

da fiel mir ein, wie das ist, mit den gespreizten fingern über ein beschlagenes fenster zu fahren. glasabwärts und wieder hinauf.

schleifen zeichnen, buchstaben schreiben.
mein name. nass. kühl.

das quietschen um die fingerspitzen.

als kind war das fenster ein autofenster und das war dann immer ganz deppert zu putzen.

traurig am erinnern ist nicht der abgewohnte körper. traurig am erinnern ist die entfernung und die nimmer-wieder-kehr.

Samstag, 11. Oktober 2008

lange kein ...

... kein & kein beitrag hier. genau. irgendwie ist mir irgendwo die lasch (lust auf schreiben) abhanden gekommen. zwischen den fingern durchgerutscht, bei der letzten blutabnahme mit dem letzten blutstropfen mitgeflohen aus diesem prosaischen und noch nicht mal das: nur-körper.

immer wieder überlege ich, hier zuzusperren. der ordnung halber (ordnung ist das halbe leben). wobei so leere notiz-zettel ja auch als was finales gesehen werden können. tabula und rasant-gen-null oder sowas. den körper rasant gegen einen gartenzaun-pfeiler zum beispiel. und schon hält österreich die luft an: humpf. und dann der große nachruf-dünnschiss.

genau.

so ist das nämlich.

mal sehen, was kommt. hier.

Donnerstag, 25. September 2008

du bist mein mir

Du-bist-mein

Freitag, 5. September 2008

ich mach das mit den fingern

ich mach das mit den fingern, sag ich, und drück eine blechscheibe ein
so oft, bis es hallt: ein hallenbad und gegenüber automatisch mit dabei
eine schule mit zeilenweisem linienwerk, mit roten simsen
mit glas: wasserfest und jetzt weiß ichs wieder:
der aufrechte gang mit dem stecken im kreuz
und das mitten im schwimmunterricht, darum gings
ein hallenbad mit linienrichtern links und rechts vom
anschlag
verschluck dich nicht am lineal, wenn das blech durch die halle wimmert
sei neugeboren, sei frisch, lass dir den stecken aus dem arsch wachsen
wurzle, sei heimisch
im hallenbad feuchtet es, auf der franklinstraße wischen polizisten mit einer geste den platz vor dem kebapstand leer, wer die nassen haare im kästchen vergessen hat, ist glatzig vor lauter chemie, das rot der augen, ein chloristenversprechen, das aus dem schädel gewachsene blattwerk fällt langsam dem herbst zu

orte (2) - franklinstraße

Freitag, 22. August 2008

steck ich vier fähnchen

violetta di caramella steckt fähnchen in den wind / dann / ihre rolle rückwärts
hat mich fast erschlagen, bin ich am weg der / violetta di caramella herumgelegen
hab meine zehennägel lackiert / hab sprüche aufgesagt über liebe und tod / wie ich sie
von früher noch weiß / als die zeit war dafür / spricht sie lauter über liebe und tod
/ und am lautesten ruft sie / die liebe herbei und den tod / steckt fähnchen
in meinen mund zur besseren sicht / mein kreuz, das bricht / unterm fahnenmast
der es ist / den sie lächelnd wie die liebe / mehr sag ich nicht / mehr ist nicht
/ passiert / mehr soll nicht sein als ein zaubergeviert / die liebe, der tod, violetta und
ich / schlagend im wind die fähnchen / klebrig das rot im mund und violetta spricht laut
spricht / lauter und lauter und viel / spricht die luft dicht / und dichter / zu / da splittert
der lack von den nägeln / segelt in hartriegelfetzen schnitte in die luft / steck ich
violetta di caramella ein zuckerstück / in den mund / eines von früher, als die zeit war
sag ich die sprüche über liebe und tod / schlag ich die rolle nach vorn / mit
zerschlagenem kreuz erschlag ich violetta / die caramella in violett / bricht di caramella
in hartriegelfetzen /ab / steck ich vier fähnchen in den boden / kann ich violetta sehn

Mittwoch, 20. August 2008

das grün in der stadt

das grün in der stadt ist dreckig legt es eine schmalspurmatte unters gebüsch
am asfalt daher und ein mal pro woche kommen die männer vom magistrat für den
müll um den containerplatz sucht jemand einen sitzplatz wenns heiß
ist am sperrsitz ists gut sitzen lernst serbisch und kroatisch sind
verschiedene sprachen lernst türkisch kein witz rauchen die kids von der hak
filterlos neben billasackerln lungert die große liebe mit red-bull
und cola und fischsemmerl mit viel ketchup kleben finger aber nie
die münder aneinander nicht untertags wippen die jeans an den hüften
und dolce & gabbana sagen höflich grüß-gott vorm grün im rücken der zaun
dazwischen gegen die hunde an der leine sollen sie ins sackerl scheißen
schläft ein sandler seinen rausch aus steigt ein anderer ins wasser vom gestrigen
regen haben sie eine vertiefung im asfalt gelassen die vollkoffer die städtischen
tauben gurren um einen brothaufen ghörn eh derschossen und füttern sie ratten
steht am schild die kids von der hak haben jetzt keine mittagspause
mehr raucht die rauschkugel allein den ersten tschik nach dem aufwachen
stinkt meterweit gegen den wind nach schweiß und urin
kommen die männer vom magistrat s ist heute ihr tag



Gruen-in-der-Stadt-1


- orte (1) - krafftgasse

Archiv

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Off topic: Archivierungswunsch,...
Zweiter und - versprochen - letzter Versuch: Das Deutsche...
Jochen Walter - 26. Feb, 12:55
Link?
Andrea, und wie finde ich dich auf Facebook? Schreib...
baerliner - 30. Dez, 15:58
Facebook
Nun ists geschafft! Infos, Fotos, Neuigkeiten und...
ahg - 30. Dez, 09:02
moinmoin, ihr!
... eh klar - ich hab schon wieder einen kuddlmuddl...
ahg - 25. Dez, 10:14
Andrea
ich bin seit einiger Zeit bei facebook registriert,...
baerliner - 25. Dez, 09:56

Suche

 

Status

Online seit 7483 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 26. Feb, 12:55

Credits