Samstag, 7. Juni 2008

feuchter sommer

eine kleine junischlange hast du dir aus dem hosenbein geschüttelt, sonst nichts / da wimpert die frau aus russland doch nicht einmal aus versehen / sie lacht aus aller ferne, ich hör' ihr groll'n / aus dem handteller hab' ich sie geworfen und das mit hammerwerferischer wucht, sagst du und drehst dich am stand, nur der rückenkäfig fehlt: es donnert / wie gehabt, denk ich aus gewohnheit / blitz und schwitz hat's geregnet über den druntermann, doch die drunterfrau hat's für weinen gehalten, so ein geplärr / du lachst dir heute noch einen ganzen dachstuhl ins auge, dran baumelt der druntermann, du blinzelst die schlange / zurück, der druntermann fällt ins heu, weil wir am land sind. AM LAND / wiederhole ich / auf deutsch. wo die schlangen an hausmauern liegen und zwar wegen der wärme / du trampel, sagst du, das geht mir wie's geimpfte auf! heuschnupfen, wenn du verstehst! / du kletzelst dir die junischlange aus dem aug', bis es literweise tränt / verdammt feuchter sommer, sag' ich / steck' ich die junischlange in dein hosenbein zurück: sollst vollständig sein, wenn die frau aus russland kommt.

Freitag, 6. Juni 2008

Hinweis: Beate Glück in der Galerie Lang

Vernissage am 1.Juli 08

http://www.glw.at/templ/lang-wien/vorschau.php

http://www.beate-glueck.at

Samstag, 31. Mai 2008

rechts oben die marille

Rechts-oben-die-Marille


der winterling, der finsterling, der miese hund hat ein gedicht
da graust's dir oben und unten zittern die spendierhosen. wie erbärmlich
nein!, ruf' ich, kein scheißgedicht in mein gesicht gedrückt von einem
winterling. dem finsterling, dem miesen hund
die stimme gickst ganz hoch das nein, was anderes fällt mir nicht ein vor lauter
gruselschreck und weg. hand an hosenbund spendiert und hopp: die flucht
bleib da, is' eh egal, ruft da die rettung, aufgeklappt im liegestuhl und mir entgegen wachelt sie, in windes eile fliegt's mir um und in den kopf (ein wunder, das nur nebenbei)
bin so marillenfarben! bin die natur!, ruft sie, bin die natur und wie!, ruft sie
bin wirklich, wirklich wirklichkeit, schneuzt sie sich laut ins butterweiche dackerl für den arsch, wird leis' und flüsterlt leiser noch
hab ein' empfindlich' nas', hab ein empfindlich' hinterteil, sagt sie, aus lauter fischgebein, sagt sie, wird backenrot, errötet allerliebst: sehr süß und da der winterling
der finsterling, der miese hund, klammert am marillenstängel, saugt sich hart ein liebeslied aus dem verholzten grün
da bin ich ausm schneider. bin kein stück gerannt ich und doch im leo lieg ich da, die augen zu:
aufgeklappt lieg' ich im liegestuhl, rechts oben die marille

Freitag, 30. Mai 2008

Shut Your Mouth

Shut-Your-Mouth

Samstag, 24. Mai 2008

die schoß ist noch gut

denk 'griebenschmalz' oder 'schoß' oder 'tod', eingelegt in sommersenf oder zwetschkenessig
zugefüllt fein geschnittenes, gurken zum beispiel, ein senfkorn hie und da für die saat
dann kannst du dein bein oder sein bein hinunterhängen in die große kiste
gemeinsam oder allein abbeißen vom großen leben
vögeln, zwitschkern, zwutschkern, wenn sonst nichts geht, die eine oder andere abreibung
in der hitze geschmolzen wetzen die grieben und das haferstroh, das ausgedroschene
hat sich in der schoß verhängt, die schoß
hat die großmutter gesagt und ist sich über den wollenen rock über ihren schenkeln gefahren
die schoß ist noch gut, die schmeiß ich nicht weg, das war vor hundert jahren oder mehr
ich denk ans haferstroh und ans schmalzbrot, denk an die großmutter
und die morgenhennen zum kirchturmgeläut, ich denk an die schoß, die keiner mehr kennt

Mittwoch, 14. Mai 2008

der rittersporn zählt die sekunden

das gartentor verbiegt sich, ich verbieg' mich mit, doch unten drunter gibt's kein licht
nur lifestyle (ich kotz mich an, die frau in rot schäumt auf: lifestyle gardening!)
da bricht der rittersporn in schaum und höllentempo aus der dunklen erd'
der mann in grün: ich hab' einen zeigenfinger mit einem grünen noppenkapperl im gepäck
(na geh - die frau in rot hat ihre schuldigkeit getan, kann geh'n)
das gartentor, o mann, das ächzt, die autopressmaschine: autos hassen wir
sind von der grünen front, das sagt die grüne front und reibt das zwischenbein
warum?, fragst du und no idea, sag' ich mit lifestylesonnenbrille im gesicht
das weiß nur der liebe gott, was da zwischen dem gebein der grünen front so ist
maybe ein veilchen, sagt die frau in rot und kriegt so lila augen (she's here again)
ja, dunkel war es gestern unterm gartentor und oben drüber s'eisenplatt
noch voller autoblut, das sag' ich dir, das sagt der autonarr und weint some tears
angemessen ölig (jööö!), doch die vom lifestyle-gardening halten tongefäße unter ihn
du saubär, sagt ein styliker zur ölmaschine. werf mir doch mal die pumpe an
die grüne front sitzt fest im biotop, sitzt fest am fahrrad, zieht fest die kinder hinterher
in plastikkörben bummfest zu: unterm gartentor ist's dunkel, die frau in rot ist wieder da
der rittersporn zählt die sekunden, hat seine schuldigkeit getan, kann geh'n
verbiegt sich unterm gartentor

Sonntag, 4. Mai 2008

ich will und blut und sehen

ich sah gestern ein birnbaumbluten, drei seiten weiter fand es statt
allein ich: eine hinabstreichende gebärde in rot. lassen wir es gut sein
und in rot: ich will und blut und sehen. blutrotes birnbaumblutrot
über das hausruckviertel gegossen, vertragen vom frühlingswind
lau soll er sein - sagen wir 'farblos', sagen wir 'durchsichtig' -
und keiner hat's geseh'n, keiner hat's geseh'n, warum die birnbäume in den
wind gebrochen sind
so ein lindes lüfterl, sagte die frau tant' und schüttelte ihre viel zu langen haare
dass dem birnbaum drei seiten weiter angst und bange ward
leck mich, sagte der onkel und kriegte eine rote birne
wir sagen das so dahin - ich sage das so dahin. ich. ich sage es auf dieser seite und drei seiten weiter blühen die birnbäume. unschuldig.
unschuldig blühen die birnbäume drei seiten weiter im hausruck
in weiß, wie es sich gehört.

Donnerstag, 1. Mai 2008

du glänzt von draußen hell herein

im spiegelnden boden gefangen: eine wespe
kann auch ein zebrastreifen sein, so nutzlos ist die tierhaut aus plastik
wenn keiner dran glaubt, bist du tot. deshalb hat das kind gelacht
ein stich war das, ein wespenstich ins menschenherz
eh klar. ich schreibe dir ein mail im dschungelcafe, die kinder
lachen, das plastikkrokodil, das gefoppte, wackelt mit seinem
plastikschwanz zum hunderttausendsten mal, ich schreibe dir
ein mail im internetcafe im plastikdschungel, die kinder
spiegeln sich im boden, wenn ein glas fällt, klirre ich entzwei
springt natürlich auch mein herz entzwei, schreib ich dir ein plastikmail
mit streifen, als ob's ein zebra wär'. als ob's ein pflasterzebra wär' über gelben
wespenstichen: ein kind fällt vor und ist wie nie gewesen, schreib' ich dir
den plastikotod im plastikdschungel. die wespe surrt im marmorboden ihren
marmortod, ich schreibe dir, du glänzt von draußen hell herein

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