Montag, 14. April 2008

ich warte, du weißt

du weißt: während ich wartete, fiel mir der tag ins haus,
rollte mir ins zimmer als einsperrtag - das waren fürwahr (dies nur
wegen der wahrheit, du weißt, sonst wäre ja al=les voll=kommen egal)
das waren fürwahr männer in anzügen, ein mann in cord und die farbe lichtblau hing am himmel.
draußen war es so, soll es so gewesen sein: blauer flimmer am horizont
(dies wegen der lüge), die vorhänge dicht zu=gezogen halt' ich an mich
- atemstillstand soll's gewesen sein (dies wegen der phantasie),
während die flugzeuge und der trampel im vierten stock mich lichtblau stanzten,
lag ich da wie aufgebahrt (nach einem atemstillstand zum beispiel oder kopfweh)
und übte den atemstillstand, beiläufig im warten, während der tag ins haus fiel,
doch ich sah' ihn nicht (dies wegen der vorhänge), soviel zur wahrheit
- soviel zur lüge, du weißt: ich warte und halte die luft an,
's bläuliche flimmern im kopf ist bunt, soviel zur wahrheit, so wenig zur lüge,
sagen die männer in anzügen, sagt der mann in cord. die frau im vierten stock schweigt,
ich warte, du weißt.

Donnerstag, 10. April 2008

Let's talk about it

Let-s-talk-about-it

Donnerstag, 3. April 2008

aber ich bin's nicht, bin's nie gewesen

kannst du einen hut schneidern? einen mit sonnenlöchern drin für die langen tage,
die bis in die nacht reichen, und für die langen nächte bis in den tag?

unter deinem spiegelglas ist ein finger gebrochen, treibt er umher, treibst du? - obskur, sagt er,
sag’ ich: fisch ihn raus, näh ihn an, richt ihn ein, hol die angel, scheißkerl du.

nein, gibt es nicht, so sitzend im kahn, dem romantischen, brauchst du ihn nicht, sagt er,
denn der mond brennt eh keine löcher in den kopf. nur ins gemüt, sag’ ich. er lacht. du lachst.

näh’ mir einen kopffetzen für die langen wassernächte, sag’ ich zu ihm und du:
hier ist ein knöchelchen, ich hab's geborgen letzte nacht, als mir so romantisch war

innendrin.

fast zum sterben war mir vor lauter mond. aber leider hab' ich dir alle finger gebrochen
und dem wasser unter die haut geschoben. für später, wenn du weg sein wirst und er wird.

du spinnst, sagst du. ich spinne, sag’ ich. ich weiß, sag’ ich.
mit dem knöchelchen näh' ich mir ein segeltuch gegen den mond. du fädelst mich ein.

in der letzten nacht hat's mir das herz versengt, sag’ ich, jetzt schlägt es.
er fährt mir unter die haut. klar doch: deine finger, immer deine finger.

wenn der wind in mein mondsegel weht, wehe ich mit. das sag’ ich zu dir: gib acht!
unpassend, sagst du, weil dich das knacken stört. aber ich bin's nicht, bin's nie gewesen.

Montag, 31. März 2008

die lyruk, die lyruk

zum hals umdreh'n vor lilalauter liebeschön, zum fressen oder zum speib'n
dann soi's halt so bleib'n: wenn's hell is' im herzerl und hell is' im hirn
ist poesie ein zwiegestirn - na geh! - und licht und lichta wiad's da dem dichta und ja:
ja woll'n sie sag'n oder nein oder scheiß-drauf so ein mistkist das ist
und der vogel soll vögeln kalaueresk oder was, und das reh soll reh'n meinetwegen
hab' ich nichts dageg'n, bin ja open in mai maind cause ai'm so kaind
die sonne schaint, ich bin so froh mit mops und so - stoppedipo, mein poetenschnucki:
weil die lyruk, die lyruk ist schon ein echtes meistastucki
soll in verse aufgeh'n wie der germ (hob mir germ oder so) wie vom brioschkipferl ein zipferl
ein fizzerl zum beißen, ein fazzerl zum schmecken, ein fozzerl fürd nacht:
belesen und fain woll'n die kenner sain und g'schait - so g'schait
hamms viel zum darzähl'n de soichn lait und bissl was zum red'n die bled'n.

Sonntag, 30. März 2008

schräg gestellt

herr und frau schräg gestellt holten ihre köpfe ein
nachdrücklich, wie es hieß, und mit verve, schrieben die
blätter drüber der straße, wo weibs und manns es nicht so
genau nahmen mit den worten und den gesten und ein ruckedigu
fuhr durch sie hindurch, als herr und frau schräg gestellt einen kleinen,
eh nur einen kleinen anfall bekamen. so um die abendzeit, weil da das maß
voll war, sagte herr schräg gestellt und seine frau nickte von unten nach oben.
weibs und manns gafften hinüber, denn so schräg hatte schon lang niemand mehr
genickt: nick auf - nick ab, bald vibrierte das fenster, bald der rahmen, bald die straße
bald die ganze stadt. schräg gestellt nun auch: weibs und manns und mit verve holten sie ihre
köpfe ein. händ' und füß' ließen sie steh'n für herrn und frau schräg gestellt für später zum mahl.

Freitag, 28. März 2008

wonach wir strauchelten

wonach wir strauchelten ein erbsstrauch ein stachelhäuter der holunder
und du hast die hand aufgehalten und die finger gespreizt und die blätter
saßen fest zwischen dir und mir als wir über den bach hingen wie die haselnuss
gerten mit langen hälsen fielen wir über den bach her du die brücke ich der bach
oder andersherum das war doch egal denn herunterbrachen die äste im sturm
von den erlen und schlugen uns ein und einander strauchelten wir ins gesicht
der erbsstrauch zitterte im stand der stachelhäuter hockte im märchenbuch
wie eh und je nur die holunderblüten fielen herab und lächelten
übers kreuz das wir trugen wie bäume so schwer als wir strauchelten fiel mir dein kopf
in die arme als mein kreuz brach da waren wir zwei

Donnerstag, 27. März 2008

wenn das kind im regenmantel und kein regenbogen und zebrastreifen

kinderwunderland ist nicht ist konsequent nicht mehr als erwachsen
wenn das kind im regenmantel und kein regenbogen das kind im regenmantel weiß es
genau: gelbe ölfarbe das ist nicht gut wenn es regnet
mit dem wasser davon kugeln (das kind) du musst nur so machen sagt es zu mir
(ich) und drückt seine augen zusammen da kommt
die frau mit den zitronenwadln süßsauer lächelnd eine ohrfeige
die schmeckt auch wenn der zebrastreifen besetzt ist und die autos schlange steh'n
das kind presst die gliedmaßen an sich hält den atem an pass auf dass du nicht zerplatzt
sag' ich die zitronenwadeln
stampfen drauf los und wissen genau was ist ich lächle süßsauer das kind
ist schon abgeperlt an mir die ölfarbe gelb das rutscht bis new york
ein glitzern am regennassen asphalt passt nicht in meine hand passt
bis heute nicht was für ein verlust sag' ich (ich) und leg' lidschatten auf
und lipgloss und lächle in den spiegel bis er sprünge kriegt ich sag'
falten als ob ich's nicht besser wüsst nehmen's botox sagt die hübsche vom verkauf
die von der buchhaltung fährt sich über die stirn und schweigt
ich tu so als ob ich nichts merk' als ob ich's nicht wüsst und weiß es doch das kind
im regenmantel und kein regenbogen ist nicht konsequent nicht mehr als erwachsen
mitten auf der straßen steh'n wenn es regnet und der zebrastreifen ist besetzt

Mittwoch, 26. März 2008

straßenlebens, trickgesteuert

an der ecke: die apotheke da kamst du des straßenlebens lang als die
lampen wackelten im wind oder war'n es die röhr'n in der die straßenschlang’
windung saß der strommann aus dem trickfim von neulich weißt du noch
als du die würfel geg'n die wand geworf'n hast du lieber himmel
war das heftig fünfundzwanzig jahr’ und du gehst immer noch
aufrecht wenn du nicht gerade die würfel suchst du lieber
mann und aspirin gab's und der straßenschlangenmann schwor tausend fehler
wie du an der ecke: die apotheke und das haus gegenüber hat gebrannt wie auf
regend wie aufgeregt flog'n deine haare angesengt das tat mir leid dich hatte
ich nicht gemeint aber die schlange hat gezuckt wie du wenn du gekommen bist
mir oder den ander'n weibern da brannte dein haar so lichterloh
du siedler von catan malefiz und noch einmal das verzeih ich dir nie in röhrchen gab es
dein blut zu kaufen an jed'm eck dafür hab’ ich gesorgt die apotheke war zu
der apotheker tot und du an der ecke biegst du ein
so kommst du zu mir links dann rechts was hab' ich gesagt da findest du mich wie ich
straßenlebens bin den schädel aus dem fenster hängend wie gehängt und flackernd schlagen
fallen aus meinem haar fallen flackernde schlangen hinunter auf dich wenn
du kommst und die würfel an die hauswand wirfst bin ich da

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