auf den zeigefinger der brennschere eine dünne strähne gedreht
auch die nächste und so weiter und schwupps fällt sie
wie die lockenpracht fällt sie vom hitzestab auf die haut fällt sie
vom hitzigen schädel brennt sie leicht ein loch sich hinein
lauthals entweicht der dampf: ein dampfbügelmärchen und doch
in glatten locken soll sie her'dreht sein weiß sie unterm hitzeschild
hinter der stirn dreht sich am zeigenfinger eine haarstähne auf hört zu
wenn sie fällt
ahg - 15. Jul, 06:50
die fluchtlinien und das krumme am weg: abgehackt
das kinn volle kraft hinein in die hand gestützt
fliehend am stand, sagt herbert und:
keine kinnspitze nur eine front
lasst uns um ein standbild beten
das uns auch dann noch ähnlich sieht, wenn der fluchtweg abgehackt
ist
punktuell in die luft gerammt - sagt herbert
- wegen der gegenwart
- wegen der perspektive
- wegen dem morgen
ein standbild steht am wegesrand - sehr konzentriert
- herbert mannt am rand entlang
vorbei, bis ich ihn nicht mehr seh'
ahg - 14. Jul, 06:20
abgedrückt und ein loch in den himmel geschossen
das wär' was gewesen: da wär' der himmel
der kugel hinterher gefloh'n und ausgeronnen wär' er
bis zum letzten tropfen
unten auf der erde stünd' ich jetzt
ganz ohne himmel über mir
wie schön, wie leicht wär' das gewesen
könnt' sein, dass ich zu fliegen angefangen hätt'
ahg - 20. Jun, 20:57
ziemlich viele modeschmuckgeschäfte im ersten, weil:
bis es in den augen weh tut, sollst du glänzen, aber der zweier, der ist pfutsch
nur noch der einser und der d am schottenring (AM SCHOTTENRING!)
ungern, meine herrschaften vom öffentlichen verkehr, ungern steig ich um
am schottenring in einen d. d wie dann. dann
eine dicke, große frau mit schlecht rasiertem bart, drei schritte hinter ihrem mann, ihn
nachäffend wie ein kleines kind, geduckt. das am schwedenplatz
ziemlich viel englisch an den ecken und tischen in der wollzeile und am stephansplatz
deutschdeutsch sowieso und ziemlich viele männer mit der hand im schritt
mann sucht ball, sagt evelin: em in wien
hätt' die frau nicht heimlich & wie ein kind getan, wär' sie ein berg von einer frau gewesen, hätt'
der mann sich g'fürchtet g'habt: a söchtener reuter möcht i wern, wie mein vater einer gwen is
evelin rupft sich ein büchl ausm g'schäft: die ganze wollzeile und umgebung:
ein büchlland mit ziemlich vielen büchln
ach ja: ziemlich viele fußbälle aus schokolade bei der aida, aber keine reuter
ein sandler geht wildwest übern ring, rennt fast in den einser, der d biegt herein
faites vos jeux, sagt evelin, dicht behängt mit glitzglatzschmuck, fast drückt er sie ins gleis
vom d wie da. da&da, da ist sie weg: da kannst die bim von hinten seh'n
ahg - 17. Jun, 21:11
Brennesselsamen und Suppe aus der Kohlkratzdistel

ahg - 17. Jun, 20:58
wenn juni ist und der fingerhut blüht / da kann dir ganz leicht ein sonnenrad über die engelsgleich verstreckten arme / roll'n, da wirst du den blick an den radrand heften /eine ersaufende bist du zum beispiel oder auch ein ausbund an sehnsucht: tränenzitternden auges oder sowas in der art / wenn der fingerhut blüht, ist mir das scheißegal / dein blick am rand, während das rad sich über den zeigefingerspitz / davon macht / wie ein marienkäfer: flieg! / geheftet bist du in die flugferne mit achtundvierzig punkten und ein ziemlich angefangener noch dazu / mit den lockeren stichen aus der volksschule angeheftete jahrespunkte: bitte, ich bin mit dem heften fertig, frau lehrerin, darf ich jetzt aufsteh'n? / es läutet zur pause oder zum mittagessen / der fingerhut neigt sich dir zu / er lässt ein paar seiner sprenkel auf dich fallen und das war's auch schon / so geht der sommer hin
(kann sein ein altergedicht)
ahg - 8. Jun, 20:19
eine kleine junischlange hast du dir aus dem hosenbein geschüttelt, sonst nichts / da wimpert die frau aus russland doch nicht einmal aus versehen / sie lacht aus aller ferne, ich hör' ihr groll'n / aus dem handteller hab' ich sie geworfen und das mit hammerwerferischer wucht, sagst du und drehst dich am stand, nur der rückenkäfig fehlt: es donnert / wie gehabt, denk ich aus gewohnheit / blitz und schwitz hat's geregnet über den druntermann, doch die drunterfrau hat's für weinen gehalten, so ein geplärr / du lachst dir heute noch einen ganzen dachstuhl ins auge, dran baumelt der druntermann, du blinzelst die schlange / zurück, der druntermann fällt ins heu, weil wir am land sind. AM LAND / wiederhole ich / auf deutsch. wo die schlangen an hausmauern liegen und zwar wegen der wärme / du trampel, sagst du, das geht mir wie's geimpfte auf! heuschnupfen, wenn du verstehst! / du kletzelst dir die junischlange aus dem aug', bis es literweise tränt / verdammt feuchter sommer, sag' ich / steck' ich die junischlange in dein hosenbein zurück: sollst vollständig sein, wenn die frau aus russland kommt.
ahg - 7. Jun, 19:05