Mittwoch, 5. März 2008

niedergelegt und über den boden gezogen

niedergeleht-und-ueber-den-boden-gezogen

so ruhig liegt die erle. so müde. so hingegossen, sagt der holler, weil ihn seine süßen hollerblüten schon jucken. da legst di nieda, sagt der junge ahorn, der so gern ein kinderbuch sein will und sich auch in diesem jahr wieder täglich die blätter spitzen wird. was ihr immer habt, sagen die brennesseln, kaum dass sie ihre fühler aus den wurzeln gestreckt haben, und schneuzen sich erst einmal kräftig. gebt acht, verfangt euch nicht!, ist aus dem dirndlstrauch zu hören, dem ängstlichen. der fichte ist das alles egal, die hat schon viel zu viel gesehen in ihrem fichtenleben. ich reg mich schon lang nimmer auf, sagt sie zum haselnussstrauch, der ihr schon so weit über den kopf gewachsen ist, dass er sie nicht mehr hört. die erle aber kratzt dem himmel ein loch, damit die sonne noch kräftiger scheinen kann, und ihre äste: so sanft über den weg gelegt und den abhang hinauf.

(thema: schreiben nach bildern)

Was kommt

Was-kommt

Sonntag, 2. März 2008

Ein Meer von

Fruehlingsknotenblumenwiese

Mittwoch, 27. Februar 2008

ich hätt' gern - ich wär' gern - wär' gern was gewesen

ich hätt' gern - ich wär gern - wär gern was gewesen zum runterpflücken
von der hausmauer und nicht erhängt am eisenstab wär' ich geblieben
hätt' an die sonnenuhr ich mein herz nicht gehängt doch himmelblau
war der bayrische wald als ich im wagen mit dir und die augen sperrangelweit offen
kein rot - nirgendwo ein rot - kein rot weit und breit - o je hätt' ich's gewusst
das verdeck zurückgeschlagen bis zum kragen die knie weit auseinander
an die wand hab' ich's gefahren wegen dem blutleeren kopfschwart
neben mir und dem himmelblauen rinnsal zwischen den pedalen gas und bremse
der rest automatic wie simpel und drauf ein vorschlaghammer die kopfschwart
hat bayrische wandsonnen im gesicht wie gemalt auf die hausmauer des bauernhofes
an dem ich vorbeifuhr mit dir und ich an der eisenstange erhängt
welch grässlicher unfall war nirgends zu lesen wär nirgends zu lesen gewesen
hätt’ ich das sperrangelweit offene auto an die wand
gefahren mit dir hätt' ich gern - wär' ich gern - wär' gern ich gewesen

Montag, 25. Februar 2008

was hab' ich gelacht

du kannst immer noch schluss sagen wenn schluss ist sag’ ich
aber wann wo papier sagt der dichter am nebentisch doch so ungeduldig wie gott ist
mit den sündern den armen teufeln die schon früh im herrgottswinkel g’standen sind
böse kinder böse leut und hinten im eck hängt ein kruzifix noch einmal lass dem kind doch
sein' bockig’n schädel nicht durchgehen schlägt's mitm kopf an die kalkwand am morgen schlägt’s mitm kopf an die kalkwand zu mittag hat’s die kalkwand gefressen am abend liegt's kalkweiß am fetzen papier des dichters vom nebentisch aber der depp der sieht’s nicht
weil weiß auf weiß das ist ein scheiß sag ich muss das kind flügel kriegen wie ein engerl
oder nein ein engerl ist's worden kalkweiß und heimlich ist’s abgehoben und futsch war's als es schluss g’sagt hat und der dichter vom nebentisch blutet weil in den finger hat er sich g'schnitten der depp am rand vom papier was hab' ich gelacht

Montag, 18. Februar 2008

brüstung aus karamell

Bruestung-aus-Karamell

die brüstung aus karamell hinein ins blau des aquarellisten
und sonst nichts das ist ein cluburlaub mit schwarzen wasserschlangen die
durch die wüste die schottert und backsteint wie eine riesenbaustelle
ja durch die wüste führen und es grünt palmen zum beispiel nur so
zum beispiel können es auch bougainvilleen sein
den palmen um den hals gelegt mit blüten aus zuckerwerk vom büffet sammet
weißem innendekor oder pool um pool mit so viel poolblau
dass mir die augen noch immer noch tränen trotzdem will ich staunen
über den himmel über das meer über die trockenen berge über die linien
messerscharf ins treffen geführt wie ich so am warmen buckel liegend bin
aufgeheizt wie ein wüstenstein ohne jedes geheiß einfach so

Samstag, 2. Februar 2008

neben mir eine

schuhschachtel eine holzkiste für zigarren
die mit dem spitzen miniatur-nagel zum
fadenziehen - die nerven meine herrschaften denken sie an die nerven
der verschlafenen der vergrabenen arglosen wo doch der
sarg: neben mir liegt und leer ist - ehrlich wahr - und
rundherum zwölf millionen zierkissen vom xxx-lutz vom
kika ikea: lasset uns einmöblieren sprach der herr und schlug die augen gen
himmel schlug er sie der bastard weil er ein himmels
stürmer sein wollte was aber nicht ging angenagelt wie er war
ein armer hund will ich sagen aber er
spricht dass es nur so qualmt in der zigarrenschachtel und der kleine spitze nagel
zieht sich einen wollfaden aus meinem lila pullover:
in wohlwolligen schuhen bin ich gegangen herr und die schachtel ist leer
vergib mir nicht
nichts und schon gar nicht was neben mir liegt:
die leere schuhschachtel die holzkiste für zigarren
den leeren sarg

Samstag, 26. Januar 2008

und wind ist

und wind ist und stürm und das war
früher war das nicht so stürm umso
stürmerischer ist's heut sag'n die leut wenn's
ihnen den schädel
wegreißt vor lauter wind im g'sicht
aber vorher hat bruno gesagt
vorher blast's uns noch den ganz'n blödsinn
ausm schädl aber wenn der
doch schon weg ist und wie eine
kugel aus pralinenpapier vom sturm
und die anhöhe hinauf
und wind ist geworfen wird getrieben wird
geschlagen der sturm ja früher
früher war die luft
bis zu taub so stürm so stürmerisch still
stiller

Freitag, 21. Dezember 2007

Wintergruß an alle MitleserInnen

Blick-vom-Mitteldamm

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