Samstag, 18. August 2007

In Positur

Am Horchaußenposten sitz’ ich mit langen Ohren, mit Eselsohren und dies: fürwahr. So sagt’s der Herr Pfarrer oder war’s der Bischof, dies wegen der hohen Mütz’, reifenrund über die Ohren gezogen. Du schweifst ab, spricht der Esel und schlägt sich gekonnt die Fliegen von der Kuppe. Der Herr Pfarrer lacht, er findet das witzig, ich nicht, er zupft sich vor Begeisterung am Ohrläppchen, dabei ist es eh schon so lang. Hast du schon gebeichtet, mein Kind, fragt er alsdann und ich, ja ich. Ich? Ich ziehe stumm an meinem Kittel. Ich warte, bis die Ohren durch die Stäbe gewachsen sind, dann sage ich: Ja, sage ich, Ja Herr Pfarrer, Ja aber wo ist denn der Herr Bischof. Das sage ich, weil ich die Bischofsmütze vermisse und mehr noch: den Bischofsstab. Stab? Das fragt der Herr Pfarrer und nun sind meine Ohren lang und länger, lang und länger sind sie geworden, denn der Herr Pfarrer schwitzt so laut. So laut schwitzt der Herr Pfarrer, aber ich verstehe ihn trotzdem nicht. Das Kind. Kind, beichte endlich und nimm mir die Ohren aus dem Gesicht. Ich verstehe sowieso (und eh) nichts, zu weit weg sind die Worte, zwei riesengroße Ohrmuscheln liegen über ihnen, verdecken sie wie der Kittel die Schoß. Überworfenheit, könnte man sagen, sage ich, und an Blasen könnte man denken, denke ich. Blasen, Blasen, Bubblegum, denn und weil und überhaupt: die Segenshände hüten sich und nicht andere, aber das muss man erst mal begreifen, sage ich. Aber viel, viel später. Und das war’s auch schon, viel mehr kam nicht. Oder: Nur die Worte kamen, ihr kamt nicht, das sagt aber niemand. Also ich sage es nicht und auch nicht der Herr Pfarrer und der Bischof sagt’s auch nicht, denn der steht am Platz (am Markusplatz oder so) und ruft vor sich her (Lasset und so). Ich sage: Lasset uns reden über die Sehnsucht nach Ohren: Ohren überm Schoß, wie zum Beispiel die wunderwunderwunderbare Blasen-Blasen-Bubblegumliebe. O wie schön, sagt da das alte Weib vom Rand her und grinst höhnisch, bis es mir die Ohren zusammenzieht wie Feigen, die zum Trocknen in der Sonne liegen. Dann ist aber wirklich Schluss: Ich gebe den Posten auf, sage ich zum Herrn Pfarrer. Sage ich bis zum Markusplatz und noch lauter. Zurück kommt nichts mehr, das alte Weib hat mir die Ohren verklebt, mit Feigensaft, eh klar.

Freitag, 17. August 2007

Ich bin ... dass ich (Fixative 4)

Liebe ... Festaktivitäten ... gut, dass ... denn ab Weihnachten wirst du womöglich ... unterbrochenen Urlaub wieder aufgenommen und auch ... sprich, er langweilt sich nicht auf diese provokante, offensive Art, die mir meine Stimmung vermiest, sondern er ... am Mitteldamm ... und hänge überhaupt viel ... scheint das Thema allgemeiner aufgegriffen ... blüht und gedeiht, weil es jetzt ein paar Mal ordentlich geregnet hat, allerdings ... wenn ich dran denke, dass ich jetzt bald ... weil ich am Sonntag zwar mit nach Wien fahre, dort aber nur bis Dienstag oder Mittwoch bleibe. Dann fahre ich ... weil wir ... aber dann kommt endlich ... Ich bin ... dass ich ... trotz sommerlicher Anfechtungen ... und auch noch in Planung. Heute Abend und morgen kommt wieder ... muss ich mir aber schon noch was anderes einfallen lassen ... Liebe ... Andrea

Donnerstag, 16. August 2007

Trotz Verlust eindeutiger Auskünfte (Fixative 3)

... wenn du ... und ja: ich ... kamen auch noch die Freunde aus S., die ihren Gästen aus Japan ... sie ihrerseits alles – von der Landschaft bis zum Essen, von ihrem Kind (praktisch ununterbrochen) bis zu ... – fotografiert ... mit Tomaten und Gurken und Kräutern, zum Fisch ... mit Walnüssen ... Es hat wirklich alles ... nicht immer so ... Ich mache ... und Namen ... Zuordenbarkeit des ... Neugier- und ...befriedigung ... je nach Bearbeitung, denn die ... andere Perspektiven. Und ... zum Thema ... trotz Verlust eindeutiger Auskünfte der persönliche Charakter des Ursprungstextes ... Fernsehbild im Fernsehbild im Fernsehbild ... What else? Heute Abend sind wir bei M. und W. ... Mehr ... Vielleicht gehe ich doch noch ...

Mittwoch, 15. August 2007

Fixative(2)

... und ja: ich hatte schon den ... den leisen Verdacht, dass du ... Vergnügen ... Und nun, dieser letzte Satz ... Kind ... Sprich doch mal ... zugeführt werden ... Wie auch immer: Kehr um ... Beispielhalber ... oder von Chatten oder Mailen ... wunderbarer Tag ... wird’s nur ganz wenig werden ... kann sein, dass heute die letzte Möglichkeit ist ... auf der Terrasse herumliegen ... ALLEINE ... Liebe E. ... Geh brav ... Doktor und ... Nebenwirkungen ... Sonst darfst du machen, was ... Wir müssen nun ... Vielleicht kriegt E. dann auch wieder Lust ... Auch wenn’s noch lang hin ist: Ich freue mich schon ... Da gibt’s noch weniger ... ist ... ich mach mich nun ... und begebe mich raschen Schrittes ... bevor es mir zu ...

Dienstag, 14. August 2007

Da hat, wie ich gestern im Radio hörte, ein Steinbildhauer ...

... Steine zur Bearbeitung gewählt, die normalerweise ihrer Brüche und Unvollständigkeiten wegen aussortiert werden. Er hat kleine Löcher hineingefräst und die Teile vernäht. Ja, so hat er es genannt: vernäht. Es ergäben sich Hinweise aufs Material, darauf, dass auch Stein einem Zersetzungsprozess unterliege, wenn der auch länger dauere.

Shr, shr spnnnd ... und also zrstzt:

... Gestern ... der Maler ... was natürlich ... das Ende ... bzw. hängt es von mir ab ... wenn alle Türen und ... Sonntag Abend ... Mitte der Woche ... nach Istanbul ... anfangen. Aber dann!!! ... geht’s soweit ... langweilt sich nur ein bisschen ... Gestern ... heute ... Heute werden wir ... Da fasse ich also schon mal die ersten ... Zeit/Lust/Möglichkeit/... wenig ... viel lieber in Wien ... Anhaltung vor, hier ... schon vorbei und es stört mich auch gar nicht. Nach so vielen Jahren ... also friedlich ... einfach zu ... abzutauchen ... dass er seinen Job verloren hat? ... aus sich herausgehend zu erleben, das würde mich ... ist aufgewacht ... Das Klacken ... hin. Jetzt ist aber wieder ... still ... So kriege ich ... nämlich normalerweise ... eine Deadline ... fertig wird da eh noch gar ... aber wenigstens ... Außerdem ... werde ich vielleicht doch eine ganze Woche ... Da zur Zeit alle ... Soll heißen ... und nervt mit Missmut. Allerdings ... irgendwelche Kleinigkeiten ... Ich glaube, dass ... insgesamt ... Und das nach ... Jetzt ...

Fixative (1)

Mittwoch, 25. Juli 2007

// In den Wald // Ein Bach fiel //

// In den Wald // Ein Bach fiel // Fällt – fällt – fällt und // Mehr noch: quetscht sich hinein zwischen Bäume // Des Waldes, wir wissen // Es // Und richt’ kein’ Schad’ an (es springen die Bäume // Zur Seite) // Aber die Gärten // Die Gärten der // Gärtner // Auf der Hut ist der Gärtner vor fallenden Bächen // Einquetschungen von Wasser (so zahlreich!) und nichts ist mit Bio und Top: alles nass und nässer und tot nur und das kannst du dir // Jetzt, wo es doch so trick-track-trocken ist gar nicht // Vorstellen und das ist ein Pech // Wenn // Denn wenn // Denn wenn der Bach kommt (in den Wald ist er gefallen, das wollen wir nicht vergessen) // Einquetscht er sich zwischen Judenschilling und Färberkamille, zwischen Sonnenhut und Phlox // Über und über und schwemmt er sie weg // Die Gartenbrut fällt um ganz lautlos // Ganz anders das Huhn heute am Tag// Der Hund hat’s derbissen derweilen // Derweilen wir Pflänzchen nahmen im Garten daneben // Das Huhn ist jetzt tot das arme, das Huhn // Der Bach macht kehrt knapp über Rosa und Gelb: der Judenschilling schlägt trocken im Wind – der Bach fällt zurück in den Himmel // Fließt weiter // Heute, doch morgen steht er wieder // Im Himmel steht er, bereit //

Freitag, 13. Juli 2007

ein gopf

ging’ ich am gopf und hätt’ mir ein’ stein eingegang’ // bis unter die gopfaut eingegang’ // auweh rief’ ich mit umgedrehtem mund und vergehrt erum und vorwurfsvoll blickt’ ich aufs gefüß hinauf // wie’s in den himmel stieß’ bis zum g… bis zum g… bis zum geht-nicht-mehr derweilen // derweilen die g… // derweilen die g … // derweilen die gopfaut // auweh die gopfaut // aufgescheuert ward ganz wunde … // ganz wunde … // ganz wunderbar der gopf

Freitag, 22. Juni 2007

Die Steinbraut hat ein Kind

Die Steinbraut hat ein Kind // Gekriegt // Auf die Leinwand ist es gefallen ohne ein Laut, der // Es // Verraten hätt: Ich bin da // Wo du: Dort bist. Auf der anderen Seite bist du und dein Hand und dein Fuß // Das Steinbrautkind spricht nicht und hat keine Füß // Ehrlich // Doch schwebt es // Im Stand // Auf der Leinwand gestorben lebendig // Spricht nicht hinein in den Wink // Den es nicht gibt, nicht im Aufspann, nur im Blick der Hand- und der Fußlinge // Ein runder Rücken lädt ein oder nicht // Mich schon, sagt die Dame mit Kunstblumenhut und weint ein wenig // O Yeah, singt ein // Kind // sein Gamegirl zwischen sich und dem Bild // Da wirft es sich in die schiefe // Ebene direkt davor // Und schaut // Schau mich an // In die Linse, bis der Steinbraut // Bis ein Kiesel oder ein Wacker // Da fällt der Steinbraut ein Stein aus dem Leib

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